wie bitte? warum soll warten schön sein.

im supermarkt halten wir ausschau nach der schnellsten kassieren und der kürzesten schlange. bestellen wir etwas im internet, sind uns 2 tage wartezeit eigentlich schon zu lang. sitzen wir am computer, nervt es uns, wenn er langsam ist und wir warten müssen bis sich die erwünschte antwort bzw. das ergebnis einstellt.

warum?

glauben wir, dass wir die zeit anders und besser erleben, wenn wir aus dem supermarkt rennen und die nächste aufgabe erledigen?

manchmal habe ich das gefühl, dass ich pausen vermeiden möchte, um so effektiv wie möglich meine zeit mit angeblich sinnvollen aufgaben zu füllen. und so laufe ich von einer sache zur nächsten, ohne den eigentlichen moment wahrhaftig zu erleben.

eine kurze geschichte lief mir heute über den weg, die gut zu diesem thema passt.

als ein mann auf seine liebste wartete, des wartens müde war und ungedulig von ein fuß auf den anderen trat, erschien ein fee und frage ihn was sei. er erklärte, dass er das warten gar nicht möge und ungeduldig den moment herbei sehnte, seine liebste in die arme zu schließen.

darauf hin schwang die fee ihren zauberstab und erklärte, dass er nun nur an seinem obersten knopf drehen müsse und er könne die zeit vorspulen. voller eifer tat der junge mann dies – seine liebste war da – er dreht, sie waren verheiratet, er drehte 2 kinder waren geboren – und so drehte und dreht er an seinem knopf, bis er sich letztlich auf seinem sterbebett wieder fand.

(frei nach heinrich spoerl)

ob im supermarkt oder auf der matte, nehmen wir uns die zeit, um achtsam den moment wahrzunehmen, genießen langsamkeit als geschenk, um den augenblick und uns wirklich zu fühlen – zeit zu atmen – zeit uns zu fühlen – zeit zu sein.

dankbarkeit, nicht am zauberknopf drehen zu wollen und zu können, sondern das leben bewusst zu leben.